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Wir schreiben den 21.05.2013 0:10Uhr irgendwo in Stuttgart. Der neuer Dreher von Airbourne entert erstmalig meinen CD-Player. Hier eine kurze und knappe Schilderung meiner Gedanken:
Airbourne goes to the Stadiums! Airbourne goes Razors Edge! Airbourne are back!
Ein saukalter Wintersamstag – und die Frage, wie es einem warm ums Herz. Im kuscheligen Zwölfzehn in Stuttgart hatten sich die Schweden Durango Riot angekündigt, die Videoclips „Your Rags My Riches“ und „Everybody’s Got To Go“ hatten vielversprechend geklungen.
Zuerst bewies die Vorband White Octopus, dass eine singende Gitarre und ein gut besetztes Schlagzeug genügen können, um richtig guten Kick Ass-Rock ‘n’ Roll a la frühen Peter Pan Speedrock-Songs zu machen. Unbedingt den liebenswerten Videoclip „Chaotic Alcoholic“ checken:
Der Django-Soundtrack kündigte gegen halb zehn Durango Riot an – und versprach nicht zu viel: Die Schweden sind spielfreudig, rockig und durchaus eingängig, ohne dabei aber Mainstream zu sein. Der Vergleich mit anderen Bands gestaltet sich schwierig – einen Esslöffel System Of A Down, ein Schuss 80er-Sound im Sinne von Tears for Fears und eine Prise Sunrise Avenue kommt dem Geheimrezept ‚Durango Riot‘ am nächsten. Die vier gut gekleideten, freundlichen Jungs suchen die Nähe des Publikums – und das ordentlich gefüllte Zwölfzehn ließ sich nicht zwei Mal bitten… Fünf Konzerte werden Durango Riot auf ihrer „Backwards Over Midnight“-Tour in Deutschland noch spielen (25.02.13 München Kranhalle, 26.02.13 Wiesbaden Schlachthof, 27.02.13 Heidelberg Häll, 28.02.13 Berlin Bi NUU, 01.03.13 Chemnitz Atomino) – hingehen!
In diesem Sinne das eindeutige Fazit: Ein rundum gelungener Abend – an einem saukalten Abend in der Stadt.
Im neuen Jahr, für das wir euch nur das Beste wünschen, wollen wir kontinuierlich coole Nachwuchsbands vorstellen. In diesem Zusammenhang freuen wir uns auch auf euren Input!
Den Anfang machen LIQUID STEEL aus dem schönen Österreich: 2012 nahmen die 5 Jungs ihr Demo ‘Scream’ auf.
Auffallend ist zweifellos die starke Produktion, aber auch die Komposition der Songs ist bereits sehr reif. Zentrales Vorbild ist zweifellos Iron Maiden, aber auch Priest- und Guardian-Fans sollten sich die Songs auf der Website von Liquid Steel anhören. Großes Potenzial!
Vor 20 Jahren als Death Metal-Band gegründet, sind INNOMINANDUM aus Heilbronn mittlerweile bei ehrlichem Rock mit einem Schuss Punk à la Danko Jones oder den Hellacopters gelandet – und das ist sehr gut so!
Mit dem Begriff ‘Exkursion’ lässt sich mein Besuch beim Monster Magnet-Konzert in Stuttgart am besten überschreiben: Freilich kannte ich die Ende der 80er-Jahre gegründete Stoner Rock-Legenden und auch das Mastermind-Album findet sich in meiner Sammlung, das aber bis vor rund 2 Monate nur selten seinen Weg in meinen CD-Player gefunden hat. Dann sprach mich eine Kollegin auf das anstehende Konzert im Stuttgarter LKA an – und ich wollte unbedingt diese verwegenen Kerle mit ihrem Psychedelic-Sound live hören!
Ich habe es bestimmt nicht bereut! Selten habe ich ein Konzert inniger wahrgenommen, als die gut 90-minütige Monster Magnet-Show, in deren Zentrum die intensiven, spacigen Songs ihres ersten Longplayers ‘Spine Of God’ von 1991 standen. Die Band Monster Magnet, allen voran ihr charismatischer Frontmann Dave Wyndorf mit der Echostimme und der Windmaschine, kommt live wie ein Gesamtkunstwerk aus einer anderen Dimension herüber – der Begriff ‘Live-Band’ trifft bei Monster Magnet in einer Art und Weise zu, wie ich es vorher noch nicht erlebt habe.
Also alles super? Nein – dafür waren für mich die gespielten Songs zu wenig unverwechselbar und die von gewollten, in ihrer Häufigkeit aber nervigen Rückkopplungen gespickten Jam Sessions zu schrill. Eines steht aber fest: Ich werde Monster Magnet live so schnell nicht vergessen!
Zugegeben: Ich war misstrauisch, als Metalmom und Hämmer den Weg vorgaben – WASP müssen wir sehen! Deren starkes Erstlingswerk von 1984 mit dem schlichten Namen WASP ist vor nicht weniger als 28 Jahren erschienen und alles was danach kam war das Gegenteil von besser… (‘Crimson Idols’-Fans sehen das freilich anders.) Aber kompromissbereit wie ich nun mal bin bestellte ich die Tickets – und bereitete mich auf das Konzert vor. Songs wie ‘The Flame’, ‘Hellion’, die Ballade ‘Sleeping In The Fire’ oder ‘The Last Command’ sind perfekter hymnenartiger 80er-Metal mit dieser ganz speziellen Note an WASP-Melancholie – ich stehe darauf echt! Dazu diese vielschichtige Stimme von Blackie Lawless – heute nicht weniger als 56 Jahre jung…
Nun, ich habe es bestimmt nicht bereut am 17.11.2012 ins gut besuchte Stuttgarter LKA mitzugehen! Knapp zwei Stunden Metalgeschichte, aufgeteilt in drei Teile – angefangen mit ‘On Your Knees’ und anderen Kultsongs der Frühphase, gefolgt von rund 30 Minuten ‘Crimson Idol’ und abgeschlossen von einem kurzen Finale mit dem letzten Song ‘Blind In Texas’. Blackie Lawless und die Band hatten augenscheinlich Spaß!
Blackie ist einfach nur sehenswert! Ich hätte nicht gedacht, dass seine unverkennbare Stimme nach wie vor und auch nach einer Stunde Powerkonzert immer noch so viel Kraft hat. Der Typ hat auf der Bühne eine wahnsinnige Präsenz – er lebt in der Dramaturgie seiner Musik!
Fazit: Alter schützt vor Powermetal nicht! 30 Jahre WASP – und hoffentlich noch lange kein Ende in Sicht.
In den letzten eineinhalb Wochen lief das neue, mittlerweile dritte Sister Sin-Album mit dem selbstbewussten Titel ‘Now And Forever’ rauf und runter – und ich bin nicht begeistert, aber sehr zufrieden!
Wem Sister Sin gefällt, der wird auch das neue Album gut finden, leider fehlt es den meisten Songs an Einzigartigkeit. So bietet ‘Now And Forever’ mit ‘Fight Song’, ‘The Chosen Few’ und ‘Hang Em High’ nur drei echte Songhighlights – alles andere versinkt in der gut produzierten und durchaus mitreißenden Eintönigkeit. Ganz am Ende versucht sich Sister Sin erstmalig an einer Ballade – und zwar hervorragend: ‘Morning After’ hätte zweifellos einen Platz im Zentrum des Albums verdient gehabt.
Um wirkliche Vergleiche ziehen zu können, legte ich zu Hause die beiden starken Vorgängeralben ein – insbesondere die Frische des Debütalbums ‘Switchblade Serenades’ von 2009 fiel mir positiv auf. Für den Moment gebe ich ‘Now And Forever’ 4 von 5 Punkten – mit dem nächsten Sister Sin-Album muss aber ein Schritt nach vorne kommen.
Unguter Nachschlag: Weil sich Sister Sin-Sängerin Liv kurzfristig einer Operation an den Stimmbändern unterziehen lassen muss, wurden alle für 2012 geplanten Konzerte abgesagt. So hoffen wir auf Livepower im kommenden Jahr!