Helloween – LIVE in Balingen

Are You Metal? Jo, das war am Sa Abend die Frage ! Die Kürbisköpfe gaben sich am 12.2. auf dem heiligen Gelände des Bang Your Head Festivals die Ehre. Vorgruppen waren Pink Cream 69 und Stratovarius.

Fangen wir gleich mit der Setlist an:
Sie war echt gut! Helloween haben versucht es jedem recht zu machen.
Es wurde die Kiske Fraktion genauso die Fans neueren Datums ( so wie ich ) bedient.. Im Gesamten betrachtet lag das Hauptaugenmerk wie vermutet auf den alten Sachen. Dennoch kam das fantastische neue Album „7 Sinners“ nicht zu kurz.

Hier die gespielten Songs ( nicht in Konzertreihenfolge ):

Handful of Pain (geil, von Better than Raw), Are You Metal? ( klasse Opener ), Where the Sinners go (geile Screams), World of Fantasy (Ohrwurm), ein Medley aus Keeper, King of Thousand Yeasr und Halloween,  Forever and One (akustisch gezockt, von Time of the Oath), I want out, Future World, den 2.  Track von Keeper I – I’m alive , March of Time, Ride the Sky, Eagle fly free und zu guter letzt Dr. Stein. Leider kam kein Perfect Gentleman und auch nichts von The Dark Ride. Aber man kann ja nicht alles haben. Der Schreiber dieser Zeilen ist mit seiner Helloween Ansicht sowieso in der Minderheit. Die meisten wollen eh nur den alten Kram! Aber das nur am Rande.

Nun zur Band:
Andi Deris war sehr gut bei Stimme! Echt ein toller Frontmann ( für mich mit der beste was wir  hier in Germany aufzubieten haben). Sein Ausstrahlung, Mimik und Gestik, Bewegungsabläufe während der Songs sind absolut perfekt! Absoluter Profi, der weis was er kann. ( seine songschreiberischen Qualitäten dürften jeden bekannt sein ).

Leider nahm sein Gelaber gegen Ende des Gigs zu. Das ist oft sehr  grenzwertig und nervt wie Sau. Da kommt dann eine gewisse  Arroganz und unnötige Starallüren zum Vorschein. Augrund dessen gibt es viele Leute, die Helloween nicht mehr so mögen wie früher.
Durch das viele Gelaber und Rumgealber gegen Ende des Gigs geht für mich die Flüssigkeit der ( an sich tollen )Show flöten und es wird (mir) kalt und langweilig und die Lust am Abrocken vergeht einen langsam! Großer Negativpunkt!
Selbst das klassische Schlagzeugsolo war nicht zu lang und interessant!

Kommen wir nun zum Rest der Band. Drumtier Dany Löble ( ex Rawhead Rexx) hat es echt drauf ( inkl. neuer  Tommy Lee ähnlichen Frisur ). Geile Drumsau. Punkt.
Sascha Gerstner ist ein ne megageiler Gitarrist! Technisch wie optisch. Immer viel Spaß in den Backen, immer cool, präsent und locker und immer im Kontakt mit dem Publikum. Er und der Drummer pushen Helloween immer. wieder nach vorn und haben mächtig neuen Wind  im Hause der Kürbisköpfe entfacht!

Zu Michael „Weiki“ Weikath brauche ich nicht viel zu sagen. Er ist eine Marke für sich! Seine Art zu Spielen ist echt witzig! Von seinen ständigen Grimassen ganz zu schweigen. Ich habe mich ( im positiven Sinne )tot gelacht. Seine Duelle bzw. das Zusammenspiel mit Sascha war natürlich obersahne. Perfekt!

Markus Grosskopf ist  einfach nur ein cooler Basser! Nett und symphatisch! Immer für ein Späßchen zu haben.

Die Show ( Lichtshow und Bühnenbild )war echt was fürs Auge! Große klasse! Sowas bekommt man heutzutage ( in dieser Bandgrößenordnung ) auch nicht mehr all zu oft geboten! Das Schlagzeug war ein Traum! Alles in weis, selbst die Becken! Die 4 Fußtrommeln waren schön back to the Eighties ( Ich sag nur Alex van Halen ).

Der Sound war anfangs ein Tick zu leise, wurde dann aber besser bzw. lauter!

Alles in allem sind / waren Helloween in blendender Verfassung und haben wieder bewiesen, dass sie Live eine Macht sind.

Kommen wir nun zu Pink Cream 69.

Mit den Pinkies kann man nie was verkehrt machen! Tolle Band, tolle Songs & immer gute Laune! Mit Hits wie Shame, Seas of Madness oder das all überragende Keep Your Eye on twisted gewinnen sie überall. Daumen hoch!

Danach folgten die wieder erstärkten Stratovarius.

Aufgrund der „neuen“Besetzung war ich besonders gespannt wie sich die Finnen auf der Bühne präsentieren.

Sie eröffneten mit ihrem Hit Hunting High and Low. Es folgte eine bunte Mischung aus alten Hits wie Kiss of Judas , Black Diamond oder Speed of Light sowie Songs aus der Ära nach Tolkis Ausstieg. Dir mir namentlich nicht bekannt sind. Leider waren bei Kotipelto’s Stimme ( Sänger ) kaum Höhen zu vernehmen. Vermutlich war er erkältet. Dennoch ist er ein cooler Frontmann, der weis wie er sich auf der Bühne geben muss und wie man mit den Fans kommuniziert. Erfreulich war auch das Jörg Michal nach seiner Krebserkrankung auf den Drumhocker zurückgekehrt ist. Der neue Gitarrist hat diverse Ähnlichkeiten ( z.Bsp. sein Stageacting ) mit dem Gitarristen von Nightwish. Technisch war er spitze und fügte sich gut in die Band ein. Der Basser wirkte wie eine Light Version von Nibbs Carter von Saxon. Das ist positiv gemeint. Er machte seinen Job vorbildlich. Alles in allem ist für mich bei Stratovarius ( trotz der engagierten Performance ) die Luft raus. Warum? Kann ich nicht so genau sagen. Zum einen war die Musik früher besser und zum anderen haben sie sich für mich durch die intern gelieferte Schlammschlacht mit ihrem alten Gitarrist ins Niemandsland katapultiert. Hunting High with many Lows!
Are you metal? We are!!!

Euer Hammer

Fränk’s Einkaufstipps (Geldbeutelverdünner)

Tank War MachineTank – War Machine:

Wer auf soliden stampfenden 80iger Metal mit melodischen & gefühlvollen Rainbow Vocals von Dougie White ( Ex Rainbow ) steht, sollte hier zuschlagen. Diese Kombination klappt hervorragend.

Wollte ich selber auch nicht glauben.



Black Country CommunionBlack Country Communion:

Das Classic Rock Album schlechthin! Was GlennHughes, J.Bonamassa, Jason Bonham und Derek Sherinan da zusammengezimmert haben, hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen.

Zeppelin, Sabbath, Purple und Hard Rock Fans werden diese Scheibe lieben. Sie macht definitiv süchtig! Da könnt ihr meinen CD-Player fragen…



Enforcer DiamondsEnforcer – Diamonds:

Die Vorband der aktuellen Tour von Airbourne!

Fünf jungen Schweden die einen auf OLD School machen. Vom Auftreten bis zur Mucke. Fazit: Sie machen es richtig gut!

Guter alter Metal der Jahre 80 bis 82. Dazu ne Prise Maiden aus ihren Anfangstagen. Spielfreudig, jung, dynamisch, frisch und voller Energie. Neben den guten Songmaterial ist die warme kraftvolle Produktion hervorzuheben. Könnte auch ne LP sein. Fantastisch.



Helloween 7 SinnersHelloween – 7 Sinners:

Da ist sie, die neue Kürbislanggrille namens 7 Sinners. Unerwartet heftig, hart und schnell. Diese drei Worte fallen mir als erstes ein. So klingen Helloween also 2010. Helloween bedienen sich bei Songs wie “Long Live The King” herzhaft am JUDAS PRIEST’schen Riffing. Ansonsten orientiert man sich verstärkt am schnellen Speed- und ( auch ) Thrash-Metal der frühen Bandphase.  Der Song Are You Metal? ist für mich ein neuer Hit, der gerade Live Punkte sammlen dürfte. Die neue heftige Herangehensweise passt sogar glänzend zu der Stimme von Andi Deris. Fazit:

7 Sinners sorgt für frischen Wind im Helloween’schen Backkatalog. Fans der Kürbisköpfe können blind zugreifen, alle anderen sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren, ob Ihnen der neue Stil zusagt.

Im Gegensatz zu Gruppen wie z.Bsp.Grave Digger klingen Helloween 2010 weder angestaubt noch altbacken. Helloween sind eine der konstantesten Bands des Genres und gleichzeitig diejenige, die mehr als alle anderen Experimente wagt und Metal seit Jahrzehnten zukunftsweisend und modern definiert.

PS: für alle Musiker unter den Fans:

Das komplette Album wurde ohne Klick-Track eingespielt, was bei der extremen Schnelligkeit der Stücke an Hochleistungsmusik grenzt. Besonders Drummer Löble zeigt hier, dass seine Technik Weltklasse-Niveau hat. Seiner exzellenten inneren Uhr folgend, treiben Bass und Schlagzeug Tracks wie die erste Single-Auskopplung Are You Metal? oder die Songs Long Live The King und Who Is Mr. Madman? zu schwindelerregenden Tempi an und klingen dabei weder angestrengt noch steril.



KIX Original Album SeriesRetro / Classic Tipp – KIX – Original Album Series:

In dieser Box  sind die ersten 5 Kix Alben ( Kix, Cool Kids, Midnight Dynamite, Blow My Fuse und Hot Wire ) enthalten. Ich kenne die Band schon lange, hatte sie aber bisher nie richtig auf den Schirm. Aber zum Glück hat sich das jetzt geändert.

Trotz ihrer langen Karriere und ihrer zahlreichen, tollen Scheiben schaffte Kix es nicht, aus den Schatten ihrer grossen Vorbilder AC/DC, Ratt, Aerosmith und Britny Fox zu entfliehen.
Für mich völlig unverständlich, da dieser energiegeladene Powerrock absolute Partytauglichkeit noch heute hat.

Einsteigertipps sind die Alben „Blow My Fuse“ ( Hit an Hit … remember die Monsterballade Don’t Close Your Eyes, Cold Blood , der Titelsong und und und … ) & Hot Wire (Der Powersound klang nach wie vor nach AC/DC, wobei die Stimme vom Sänger Steve Whiteman mehr der von Jack Russels (Great White) ähnelte. Dazu Hits wie der Titelsong, Girl Money oder die Don’t Close Your Eyes Nachfolgeballade Tear Down The Walls. Alles in allen eine Wahnsinnsscheibe, die seitens Kix nicht mehr leicht zu steigern sein dürfte )

Fazit: Wer auf energiegeladenen und partytauglichen Hard Rock steht, muss hier zuschlagen.

They KIX Your Ass!